Warum es für Esports wichtig wäre als Sport anerkannt zu werden.

Warum man sich bei der Wahl des Namen ESport keinen gefallen getan hat und weshalb versucht man das Thema als Sport zu positionieren?

Seit längerem vertrete ich die Hypothese das man sich bei der Wahl des Namen ESport keinen gefallen getan hat. Jegliche Diskussion bezüglich Esports führt sofort in eine Grundsatzdiskussion das es sich dabei um keine körperliche Betätigung handelt und blockiert somit den Weg über unsere Bedürfnisse als Esportler zu sprechen. Doch weshalb versucht man das Thema als Sport zu positionieren?

ESport ist das kompetitive Spielen von Video Games gegeneinander. Dies geschieht aktuell in 1 vs 1, 2 vs 2 oder 4 vs 4 Wettkämpfen zuhause oder vor Ort an Events mit tausenden bis Millionen Zuschauern über Online Plattformen. Es geht wie im klassischen Sport darum sich zu messen und eine Rückmeldung zu erhalten wer besser ist um sich anschliessend daran zu machen sich mit entsprechenden Strategien und Taktiken zu verbessern um beim nächsten Turnier besser abzuschneiden.

Wie ist der klassische Sport entstanden und zu dem geworden, wie wir Sport heute kennen?

Wenn man zur Entstehung des Sports zurück geht, dann ging es im Ursprung darum Krieger zu trainieren, welche im Kampf bezüglich Kraft, Ausdauer, Reaktionsfähigkeit und Strategie überlegen waren. Diese Ausprägungen wurden mit Sportarten trainiert und in gegenseitigen Wettkämpfen gemessen. Das olympische Museum in Lausanne zeigt diese Entwicklung hervorragend auf und ist insgesammt einmal einen Besuch wert.

Beitrag aus dem olympischen Museum in Lausanne

Schon früh wurde erkannt, das Sportler nur Leistungsfähig sind, wenn neben der physischen Ebene auch die Mentale und geistige Ebene im Einklang war und mit der richtigen Strategie trainiert werden. Kraft und Ausdauer alleine reichten nicht Erfolge zu erzielen. Hinzu kam noch die Möglichkeit über Sport Club’s Netzwerke für geschäftliche Tätigkeiten zu bilden. Dies alles hat zu den Organisationen und Strukturen im Sport geführt wie wir diese heute kennen.

Was ist den klassischer Sport überhaupt?

Und dies ist für mich als Sport und Esport Interessierter eine Überschneidung welche beiden Seiten entsprechende Vorteile bringt. Ich bin 2015 meinen letzten Marathon gelaufen. Als Marathonläufer galt es mir soviel Trainings- und Wettkampfwissen anzueignen das ich meinen Wettkampf am besten Meistern konnte. Trainingspläne erstellen, Wettkampfstrategien zurechtlegen, Rückschläge durch Verletzungen oder schlechte schwierige Trainings verarbeiten, Lösungen im Gespräche mit versierten Sportlern suchen, mich Mental auf den Marathon vorbereiten und natürlich das Training selber. Der Hauptteil war aber alles um das effektive Ausdauer Training herum. Die Herausforderung und das schöne für mich war alles möglichst effizient zu planen und unter einen Hut zu bringen um dan beim Wettkampf eine neue Bestmarke aufzustellen. Dies war jeweils der Lohn für alle meine Bemühungen. Den Weltmeister konnte ich beileibe nicht mehr werden.

Die meisten dieser Komponenten sind auch fester Bestandteil in den Tätigkeiten von Esport Teams. Der einzige Unterschied im Moment ist Ausdauer und Kraft. Und genau dieser eine Punkt ist leider der Knackpunkt an welchem jegliche Diskussionen einfrieren.

Für mich ist die Frage, wie lange sich dieses Argument noch halten wird. Unser Bild des Esportler ist immer noch eine Person welche vor einer Tastatur und einem Monitor sitzt. Mit VR und AR- Brillen gibt es neue Möglichkeiten, welche den Sport auch bezüglich Kraft und Ausdauer anspruchsvoller machen. Als Beispiel das Spiel Beat Saber VR bei welche es darum geht in der virtuellen Welt Blöcke in der richtigen Richtung zu durchtrennen, welche auf einem zugeflogen kommen.

Oder wie soeben veröffentlicht, der deutsche Motorsportbund welcher SIM Racing als Motorsport Disziplin anerkannt hat.

 

Ein kleiner Exkurs bezüglich Konsumenten von Sport oder Esports?

Ich war Anfang 2017 in Hamburg an meinem Ersten grossen Esports Turnier. EULCS Spring Split Final von League of Legends in der Barclaycard Arena. Die Arena ist direkt gegenüber des HSV Fussballstadions.

Wie es der Zufall wollte, war an einem der beiden Tage gleichzeitig ein Fussballspiel welches dann auch zur gleichen Zeit zu Ende war wie das Esports Turnier. Ich habe hier erlebt wie 2 Welten aufeinander getroffen sind. Sie können sich selber ausmalen mit welchen Fans sie lieber in einem Reisebus 10 Stunden in den Urlaub gefahren wären. Ich persönlich wäre lieber mit den Esport Fans in den Bus gestiegen und nicht mit den angetrunkenen Fussball Fans.

Doch weshalb ist es so wichtig, das Esport als Sport anerkannt wird?

Das Interesse an dem Thema Esports ist riesig. Gemäss aktuellen Statistiken geht man davon aus, das rund etwa die Hälfte der Bevölkerung im DACH Raum Computer Games spielt und auch kompetitiven Wettkämpfen zusieht. Die Wachstumsraten sind enorm und weisen darauf hin das es in Zukunft keinen Weg um das Thema Esports herum geben wird. Das ist fact, ob wir als Individuen oder Organisationen das wollen oder nicht, dieses Thema kommt. Daher ist es aus meiner Perspektive egal ob es als Sport anerkannt wird oder nicht. Der Weg ist einfach etwas länger und steiniger. Dafür wird die Konsequenz für alle welche sich dem Thema heute verschliessen um so härter sein.

Primär geht es bei der Anerkennung darum das Esportler und Teams ähnliche politische Unterstützung erfahren wie dies im klassischen Sport bereits der Fall ist. Es geht darum vereinfachte Regelungen für die Visa Erstellung für Esportler aus dem Ausland oder für die Einreise bei Turnieren zu erhalten, Esports in den Strukturen zu fördern und finanziell zu entlasten wie dies mit Sportvereinen ebenfalls bereits der Fall ist. Dies alles hilft uns entsprechende Strukturen im Esport einfacher aufbauen zu können. Daher ist der einfachste Weg diese Ziele zu erreichen, das Esports als Sportart anerkannt wird. Dadurch sind sämtliche Punkte welche oben genannt werden auf einen Schlag eliminiert. Es wäre der einfachste Weg und würde uns helfen in diesem Zukunfts Thema an der Weltspitze einfacher mithalten zu können und auch grössere Events hier nach Europa zu holen und durchzuführen. Und insgesammt würden auch alle klassischen Sport Organisationen in diesem Thema für die Zukunft profitieren.

Lasst uns daher die Diskussion beenden ob Esports eine körperliche Betätigung ist oder nicht und uns auf die Zukunft die Erfolge im Esport fokussieren. Esport wird gross, ob wir das wollen oder nicht und es ist ein zentrales Thema unserer heutigen Jugend vor welchem wir uns nicht verschliessen können.

DadQrusu
ADMINISTRATOR
PROFIL

Posts Carousel

Kommentiere diesen Beitrag

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit einem * markiert.

Latest Posts

Top Authors

Most Commented

Featured Videos