PostFinance spricht mit Esports Experiment die junge Zielgruppe an

PostFinance spricht mit Esports Experiment die junge Zielgruppe an

PostFinance hat ein League of Legends Team gecastet und wird 2019 Europaweit Turniere besuchen. Was für eine Intention steckt hinter diesem Vorhaben?

Am 18. Juli 2018 wurde bekannt das sich PostFinance in den Bereich Esports begibt. Das Engagement wurde in League of Legends gestartet und beinhaltet das Casting eines League of Legends Teams in 2018 welches dann ab 2019 gemeinsam zusammen trainieren wird.

Die Ankündigung wurde in der Presse aufgenommen und die Kommentare um das Esports Experiment waren sehr kontrovers. In der Esports Szene wurde das Vorhaben äusserst positiv aufgenommen während die Unbedarften natürlich eher kritisch reagierten. Dies auch weil es eine der grössten Tageszeitung schaffte das Thema mit dem Titel „PostFinance finanziert Kriegsspieler – 400’000 Fr für Gamer – während Hunderte um ihren Job zittern“ komplett falsch bei den Lesern zu positionieren.

Eine kleine Nebenbemerkung: Dieses Verhalten von Medien bei Innovationsthemen erlebe ich immer wieder. Hier schreiben Wirtschaftsredakteure welche noch nie selber ein Unternehmen von 0 aufgebaut haben und deren Wissen auf Theorien basiert welche vor 30 Jahren vermittelt wurden. Damit verunsichern Sie ganze Unternehmensleitungen bei welchen meistens über einen langen Zeit Vertrauen aufgebaut und Überzeugungsarbeit geleistet werden musste. Eigentliche müsste es ja im Interesse der Medien stehen die Wirtschaft zu fördern, inspirieren und zu unterstützen damit mehr Geld für den Bezug von Services bei den Medienanbietern frei wird, aber scheinbar holt man sich lieber mit Clickbait Titeln etwas Traffic ins Haus. Aus meiner Perspektive eine äusserst schlechte Entwicklung.

Nun aber wieder zurück zum Thema. In der Scouting Phase haben sich dann gemäss öffentlichen Zahlen rund 800 Teilnehmer gemeldet, welche sich bereit erklärt haben für 1 Jahr und mit einem Gehalt von CHF 2’500.- zusammen zu ziehen und zu leben. Rund 800 Bewerber im Alter zwischen 13 und 53 Jahren (Mittelwert 21 Jahre) aus 33 Nationen und 5 Kontinenten hatten sich für das Esports Experiment gemeldet. Die Aktion generierte in der Ersten Woche rund 10’300 Page Views und in den Ersten 2 Wochen eine organische Reichweite auf Twitter von 50’000 Personen und wurde in der gesamten Presselandschaft der Schweiz und auch International positiv behandelt.

Letztes Wochenende am Herofest in Bern war PostFinance mit einem Stand vertreten und es wurde bei einem Showmatch das Roaster für das Team vorgestellt. Das Team besteht aus 5 Spielern aus der Schweiz und dem International erfolgreichen Coach „NicoThePico“ welcher bereits verschiedenste Teams in der Top Liga EULCS von League of Legends gecoacht hat.

Weshalb engagiert sich PostFinance im Esports Experiment?

PostFinance will mit dem Projekt definitiv die junge Zielgruppe ansprechen. Das primäre Ziel wird die Steigerung der Markenbekanntheit und des Markenimage bei der jungen Zielgruppe sein und erste Erfahrungen im Thema Esports zu sammeln. Diese junge Zielgruppe ist heute nur noch schwer über die bestehenden Marketing Kanäle zu erreichen und insgesamt sehr kritisch. Zudem ist gemäss Studien bekannt das es sich bei Esportlern um Personen handelt welche überdurchschnittliche Einkommen in der Zielgruppe verdienen sowie weniger Arbeitslos sind.

Mit ähnlichen Zielen ist in Deutschland Wüstenroth in das Esports Thema eingestiegen und ist seit 2016 erfolgreich als Sponsor der ESL Meisterschaft in Deutschland engagiert. Statistiken aus 2017 belegen das innerhalb der Ersten nun Wochen die spontane Markenbekanntheit innerhalb der Zielgruppe um 12 % gestiegen ist und die Markensympathie um 6%. Es gibt zudem diverse Anzeichen das sich Esports auch perfekt für Unternehmen im Bereich Employer Branding eignet und so das Image als moderner, offener Arbeitgeber intern wie auch extern platziert wird.

Aufgrund von selber getätigten Recherchen in Google und Facebook gehe ich davon aus das es in der Schweiz sicher rund 100’000 League of Legends Interessierte Personen gibt und diese gemäss Studien primär in der Alterskategorie zwischen 18 und 35 Jahren liegen müssten.  Der Anteil an Esports und Gaming Interessierten in der Schweiz schätze ich auf ca. 2 Millionen Personen und mir ist bekannt das aktuell pro Monat rund 800’000 individuelle Devices auf Twitch zugreifen was vermutlich etwa 450’000 Individuen entspricht.

Zusätzlich zu der Markenbekanntheit erhält PostFinance 1 Jahr lang eine Content Quelle welche für alle modernen Kanäle genutzt werden kann. Dieses Vorhaben ermöglicht es individuellen Content zu generieren welcher nicht in einer Redaktionsplanung aus dem Finger gesogen werden muss. Also nicht die hundertste Checkliste „Wie erstelle ich mein Budget?“ sondern die Möglichkeit dies zum Beispiel in das Esports Experiment und die Wohngemeinschaft zu integrieren und so zu transportieren. Es entsteht daraus ein Blumenstrauss an Möglichkeiten welcher damit abgerundet wird das eine breite Media Coverage bei Erfolgen des Teams insgesamt vorhanden sein wird.

Ich freue mich auf 2019 wenn das Esports Experiment richtig loslegt und bin gespannt was PostFinance hier noch alles aus dem Hut zaubern wird. Aber zuerst geht es jetzt darum einen Namen für das Team zu finden.

Disclaimer: Der Autor Erich „DadQrusu“ Althaus stand von Juli – September in einem Vertragsverhältnis mit MYI Entertainment GmbH, welche PostFinance bezüglich des Esport Experimentes berät. Er war aber nicht direkt in das Projekt involviert und pflegt aktuell keine aktive Geschäftsbeziehung mit MYI Entertainment.

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