Das IOC bestätigt das wettbewerbsfähiges Spielen körperliche Aktivität beinhaltet

Das IOC bestätigt das wettbewerbsfähiges Spielen körperliche Aktivität beinhaltet

Am 7. Olympischen Summit anerkennt das IOC die Entwicklung von E-Sport und bestätigt das kompetitives Gamen körperliche Betätigungen enthält und bietet Hand für Kooperations-Projekte.

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as IOC hat am 8. Dezember 2018 seinen 7 Olympischen Summit in Lausanne abgehalten. Dabei ist kurzfristig auch E-Sport auf der Traktandenliste gelandet.

E-Sport beinhaltet körperliche Betätigung im kompetitiven Bereich

Im Statement heisst es:

„It was agreed that competitive gaming entails physical activity which can be compared to that required in more traditional sports.“

Dies ist gemäss meiner Kenntnis das Erste Mal das E-Sport in Zusammenhang mit körperlicher Aktivität durch das IOC gesehen wird. Da dies in der Akzeptanz durch die Sportverbände ein zentraler Punkt ist wird dies vermutlich die eine oder andere E-Sport Diskussion wieder beleben und bildet aus meiner Sicht eine neue Ausgangslage.

Begründung durch die immer grössere Akzeptanz der Jugend

Die Einleitung in den E-Sport Bereich des Communiques liesst sich etwas Speziell und zeigt einen gewissen Druck auf Seite des IOC auf. Insgesamt liest sich das Communique schon fast wie „Wir müssen nun etwas tun, damit wir längerfristig unsere Position halten können“:

„Recognising the fact that the sports movement is in competition with the esports/egames industry for the leisure time of young people, the Summit agreed that the Olympic Movement should not ignore its growth, particularly because of its popularity among young generations around the world.“

 

Unterscheidung zwischen E-Sport und E-Gaming

Auch das IOC macht eine Unterscheidung zwischen E-Sport und E-Gaming, respektive dem nicht kompetitiven Spielen von Games wie dies durch den DOSB bereits erstmals getätigt wurde und einer der Punkte in der Diskussion mit dem ESBD waren welcher in der Szene eher belächelt wurde.

„This, on the other hand, cannot necessarily be said to apply to leisure electronic gaming. For this reason, the use of the term sport with regard to esports/egames needs further dialogue and study.“

Ich persönlich gebe auf diese Begrifflichkeit nicht all zuviel. Ich denke der Entscheidende Punkt wird die Definition sein, welche sicher als nächstes exakt abgegrenzt werden muss, was nun genau als kompetitives Spielen angesehen wird. Ist ein Multiplayer Spiel in welchem 2 Spieler Online wie auch Offline gegeneinander antreten auch bereits kompetitiv oder was genau wird darunter verstanden?

Weitere Zusammenarbeit weiterhin im Fokus

Das IOC bestätigt das mit der E-Sport Community zusammenarbeiten sollte. Es wurden aber folgende Punkte genannt, welche weiter geklärt werden müssen. Vor allem geht es um folgende Punkte:

  • einige Spiele sind nicht mit den Werten der olympischen Bewegung vereinbar und werden von der Zusammenarbeit ausgeschlossen. (Hier geht es primär um Spiele in welchen Gewalt gezeigt wird)
  • das sich die Branche rasant entwickelt. Vor allem die Poularität bestimmter Spiele und AR/VR
  • die Fragmentierung der E-Sport Branche und der harte Wettbewerb zwischen den Mitbewerbern
  • kommerzielle Ausrichtung der Branche im Gegensatz zu wertebasierter Ausrichtung im Sport

Dies führt dazu dass das IOC es noch als zu früh ansieht eine Diskussion bezüglich der Aufnahme von E-Sport als Medaillenveranstaltung zu führen und gibt eine Empfehlung an die Veranstalter von grossen Sportveranstaltungen ab. Sprich, eine sanfte Ermahnung an die Organisatoren der Asien Spiele 2022 welche bestätigt haben das E-Sport ein Medaillen Event sein wird und an Paris 2024 wo ebenfalls bekannt ist das Diskussionen über E-Sport als Medaillen Event an den olympischen Spielen geführt werden.

Sportsimulationen werden ausgenommen und sollen in der Zusammenarbeit durch die Internationalen Verbände gefördert werden

Die oben genannten Punkte sieht das IOC in gewissen Sportsimulationen nicht. Deshalb sollen die Internationalen Verbände dort beschleunigen. Dies betrifft also vor allem Fussball und das die Verbände dort versuchen entsprechende Kontrolle über die virtuellen Versionen der Sportarten zu erlangen oder behalten.

Dies heisst für mich ergänzend wie in der Einleitung beschrieben, das hier doch langsam erkannt wird das E-Sport nicht eine „Nischen“ oder „Randbewegung“ ist und dem klassischen Sport sehr schnell den Rang abläuft und bestätigt auch gewisse Entwicklungen welche durch zum Beispiel die nationalen Fussballverbände an die Oberfläche gedrungen sind.

Die Art der Formulierung liesst sich doch schon etwas kämpferisch und lässt gespannt erwarten was hier weiter geschehen wird.

Offene Hand für Gespräche und Kooperationsgruppen

Im Gegensatz zu anderen Sportverbänden und wie vom ESBD bereits angestossen bietet das IOC erneut Hand in einer Verbindungsgruppe gemeinsame Kooperationsprojekte zu prüfen was neue Perspektiven für E-Sport ermöglicht.

Fazit

Die Aussage das E-Sport im kompetitiven Bereich Elemente der körperlichen Betätigung enthält war bisher das „Killer“ Argument in den meisten E-Sport Diskussionen mit Sportverbänden und Personen welche E-Sport nicht kennen.

Diese Positionierung bietet eine neue Ausgangslage und wird die gesamte Diskussion bezüglich Anerkennung als Sport auch auf politischer Ebene neu entfachen und wird uns als Verbände weiter voranbringen. Die Gründe weshalb es für E-Sport wichtig wäre wurden hier ebenfalls bereits in einem eigenen Blogbeitrag aufgeführt.

Insgesamt eine äusserst positive Entwicklung des IOC, welche aber zwischen den Zeilgen gelesen nicht ganz freiwillig geschieht. Ich vermisse in dem Communique auch eine Erwähnung der E-Sport Verbände. Insgesamt geht es nur um die Branche aber nicht um die Spieler Organisationen.

Darum ist es aus meiner Perspektive für uns E-Sportler um so wichtiger uns zu organisieren und mit einer gefassten Meinung in diesen Diskussionen aufzutreten und dadurch den Prozess zu beschleunigen.  So wie dies der eSport Bund Deutschland ESBD die Swiss Esport Federation SESF und Österreichischer Esport Verband ESVÖ bereits tätigen.

Bildquelle: IOC/GREG MARTIN

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